Einen vollen Tag wollen wir „die Dinosaurier“ sehen, darum hatten wir zwei Übernachtungen im Green River Campground gebucht – spät abends ankommen, früh morgens abfahren.
Das Wetter ist heute regnerisch, aber warm und es stört uns nicht viel. Ein langer Besuch im Visitor Center und Dinosaur Quarry des National Monuments, Karin und Karla machen ihr drittes (oder viertes?) Junior Ranger Abzeichen ;-)
Am Nachmittag ist bei uns allen irgendwie tote Hose: Michael will zurück zum Campground und chillen, Karin möchte wandern, die Kids nach Vernal und lecker Essen gehen, wozu Michael wiederum überhaupt keine Lust hat … Karin schlichtet und wir fahren erst den Petroglyph Auto Trail (Viewpoints, Bergrücken in Form einer Schildkröte und eines Elefantenfußes, Petroglyphs, sehr große und schöne). Danach fahren wir die 25 mls bis Vernal und gehen lecker Japanisch Essen, nicht ohne vorher eine kurze Eheeinparkeinweisekrise zu überwinden ;-(.
Es wird ein lustiges Abendessen, und noch ein schöner Abendspaziergang am Green River entlang.
30.7. Nachträglich - Luis' Geburtstagsdinner
30.7. Petroglyph Drive
Das Dinosaur National Monument ist wunderschön – der Quarry alleine sicher eine kurze Stippvisite wert, aber das eigentliche Erlebnis ist die Fluss- und Bergwelt. Die Zeit sollte man sich nehmen für eine Fahrt zu Harpers Corner, Rainbow Park oder sogar Echo Park, und dann unbedingt eine Wanderung runter zum Green River.
Wir waren verteilt auf 6 Rafts und konnten zusätzlich 5 Kayaks und ein Standup-Board nutzen.
Wir, das sind die Eltern Karin und Michael, und unsere Kids, 12 und 15 Jahre alt
Fazit:
Eine tolle Mischung aus Natur, Action, Muße, … … aus ruhigem Dahingleiten, Stromschnellen, Wandern, Gesprächen.
Wir hatten ein tolle Truppe – nette Mitfahrer, Kinder im Alter unserer Kids, prima Guides.
Das Camp-Erlebnis in der Natur ist einmalig. Wie schon bei unserer Rim2Rim-Wanderung 2012.
Die Natur am Morgen, in der Nacht, am Abend, ist der große Unterschied zu einer 1-Tages-Tour.
Für jeden ist was dabei: Action bis zum Abwinken oder Muße, so viel man will.
Und die Kids … haben 4 Tage weder Pizza, noch Cola, noch Internet vermisst!
Harp Falls
So sieht ein „Oar Raft“ aus:
Robustes Schlauchboot, 16-18 Fuß lang,
Ein kräftiges Paar Riemen,
Vollbepackt mit Equipment (Küche, Stühle, Wasser, Verpflegung, Toiletten, Rettungskram) …
… und dem Gepäck der Gäste,
Jeweils 4, max. 5, Passagiere.
Zusätzlich hat jeder Anbieter einige „Duckies“ dabei – aufblasbare Kayaks, die so heißen, weil sie bei jedem Paddelschlag wie eine Ente („Duck“) wackeln. Und ein Stand-up-Paddle-Board, für ruhiges Wasser.
Damit dürfen wir Gäste uns in ruhigem Wasser die Zeit vertreiben und – wenn wir uns geschickt anstellen – auch Rapids bis zur Stufe III fahren.
Wir hatten unzählige I+II Rapids, 8 Stufe-III-Rapids, und eine Stufe IV. Bis zur Stufe III durften wir (Karla nur im Doppelkayak) im Duckie selbst fahren, Stufe IV nicht.
Mit einiger Übung kommt man gut durch, aber es kostet ganz schön Kraft, wenn die Rapids lang sind.
Unsere längste war Hell’s Half Mile, im oberen Teil IV, den wir auslassen mussten. Wir fuhren danach von der Seite rein und hatten noch ca. 700m Stufe III. Wir alle waren froh, uns im ruhigen Wasser wieder ausruhen zu können.
Nach dem grandiosen Sonnenaufang fahren wir aufgeräumt los,.
Es geht gut voran, zwei Baustellenstops, ein Tankstopp – schon um 11:15 Uhr sind wir nach 232 mls in Green River, wo es nach einigem Suchen sogar einen Supermarkt gibt. Ein Schnitt von 50,6 mph, gar nicht schlecht ;-) .
Eine Stunde Einkaufen, dann noch eine gute Stunde für die restlichen 48 mls und wir kommen gegen 13:00 Uhr auf dem Lucerne Campground an – alle noch guter Dinge, ohne Stress oder so.
Hier gibt es Hitze, Sonne, Wasser, Pronghorns auf den Campsites (zu Karlas Bedauern aber nicht auf unserer). Zunächst gehen wir ein vor Hitze, es gefällt uns gar nicht. Als wir uns aber von der Fahrt erholt haben, satt gegessen sind … und das Osprey-Nest entdecken (2 Eltern, 2 Junge :) , Baden, Wasserschlacht machen, chillen … gefällt es uns gut.
Schlussendlich endet der lange Fahrtag in Muße und Erholung … und einem tollen Sonnenuntergang.
Wir stehen schon gegen 8:00 Uhr alle ( ;-) ) auf, frühstücken in Ruhe, schwimmen ausgiebig, dumpen.
Heute geht es über den tollen Scenic Highway 44, steil bergauf und bergab, durch die Sheep Creek Formation, den Red Canyon, bis zum Flaming Gorge Dam. Kurze Zwischenstopps machen wir am Moose Lake, Red Canyon Visitor Center and Outlook, am Damm (Golden Eagles oder Geier ?).
Dann geht’s runter vom Pass auf 8.450 ft Höhe, insgesamt 9 steile Serpentinen, durch Utahs Gesteinshistorie von den ältesten (530 Mio. Jahre) bis unten, Jurassic, „nur“ 75 Mio. Jahre alt. Um 15:15 Uhr sind wir im wunderschönen Red Fleet State Park, insgesamt 4:45 Std für 80 mls Fahrt mit ein paar Pausen. Spätes Mittagessen, Kajak leihen, Baden – also einfach ein Tag Strandurlaub :-) .
Abends schwimmen wir quer über den See (der bildet am Campground eine ca. 250 m breite Bucht) zu den Dinosaur Tracks. Dort sind ca. 150 Abdrücke, zwei Spuren aus ca. je 10 einzelnen Abdrücken. Anschließend chillen und grillen.
Bis 15:30 Uhr bleiben wir am nächsten Tag im Red Fleet State Park, wir dürfen auf unserer Site bleiben: Kajak, Schwimmen, noch einmal rüber schwimmen und Dinosaur Track Trail, Mittagessen.
Schließlich fahren wir die nur noch 11 mls bis Vernal, checken im KOA ein und fahren zum Briefing der Rafting Tour.
Gegen Mittag fahren wir vom West Thumb Geyser Basin los, Richtung Grand Teton National Park. Geplant hatten wir hier nichts, irgendwie „widersetzte“ dieser Nationalpark sich Michaels Planungsbemühungen – wir fanden weder im Reiseführer noch im Internet einen motivierenden Zugang, was man hier machen kann. So ist der Grand Teton als Durchfahretappe geplant – die 320 mls zwischen Yellowstone und Flaming Gorge wollen wir in zwei etwa gleich große Etappen teilen.
Aber als wir den Jackson Lake erreichten, mit dem Panorama der Teton-Gipfel, war klar, dass wir irgendwo am Jackson Lake einen Campground finden müssen. Karin erkundigt sich im Colter Bay Visitor Center und wir bekommen um 15:00 eine der letzten RV-Sites im Colter Bay Campground (nicht verwechseln mit dem Colter Bay RV Park direkt daneben, der ist nicht so schön).
Spätes Mittagessen im Café der Colter Bay Lodge. Anschließend packen wir die Schwimmsachen, gehen Richtung Marina. Die Kids wollen Kanus leihen, wir überlegen ein paar Minuten … und als wir uns entscheiden, ist es 16:02 … und man kann nur bis 16:00 ausleihen und die Ranger sind strikt. Rückgabe ist übrigens 18:00 Uhr …
So gehen wir zum Schwimmstrand, das Baden ist super im klaren, nicht so kalten See. Wir Eltern machen eine kleine Wanderung (Heron Pond und Swan Lake, ca. 3 mls, knapp 2 Stunden), die Kids bekommen den Wohnmobilschlüssel, machen das Junior Ranger Program und gehen selber zum Campfire Program, wo Karin dann auch hingeht. Um 21:30 Uhr kommen drei stolze Junior Ranger zurück ;-) .
Am nächsten Morgen ist ein langer Fahrtag, ca. 270 mls, der Preis für den schönen Aufenthalt am Jackson Lake. Wir haben abends alles schon abfahrbereit gemacht – und den Slide-Out schon eingefahren (die Kids hatten sich beschwert: „Ihr sagt, dass wir noch schlafen können – und dann in aller Frühe ääähhhmmmmmäää“ ;-). Aber vor der Abfahrt müssen wir noch zum Strand, das gestern beim Umziehen verlorene Bikiniteil suchen.
Welch ein Glück: Wir erleben einen traumhaften Sonnenaufgang (und finden auch das Bikinioberteil wieder ;-) )
Jackson Lake
Der Sonnenaufgang dauert ca. 15 min – die Berge sind in ein unwirkliches Gelborange getaucht, der Himmel zunächst drohend-dunkel, dann immer heller und konstrastreicher.
Dann – einen Moment legt sich der Wind, Himmel und Berge spiegeln sich – wunderschön :-) .
Nach der „Pano-Session“ sitzen wir noch eine Weile und genießen die Stille, die klare Luft und den Blick.
„Bildgewalt“ – das beschreibt die Wirkung der Farben, des Lichts, des Himmels am besten. (Deshalb gibt’s auf dieser Seite mehr Bilder als Text.)
Geysire und Hot Pools, man spürt die Überreste der Yellowstone-Caldera, körperlich und mental.
Ja, es ist voll. Aber man entkommt den Menschenmassen, indem man früh dran ist oder ein bisschen zu Fuß geht.
Unsere Favoriten: Grand Prismatic Spring, Sapphire Pool, Artemisia Geyser, Abyss Pool.
Für uns Eltern hätten es auch mehr als die 1,5 Tage für die Geyser Area sein können, mit ein paar Wanderungen zusätzlich. Aber die Kids hatten nach fast 5 Tagen Yellowstone einen leichten Overflow – so war die Zeit dann genau richtig.
Das Wetter ist ideal: klare Luft, heiter-wolkig – tolles Fotowetter :-) .
21.7. Midway Geyser Basin – Grand Prismatic Spring, vom Overlook aus.
11.-17.7. Sieben gemütliche Fahrtage durch Wyoming
Am Übernahmetag wollen wir so weit wie möglich nach Norden fahren – wir schaffen es bis Rawlins in Wyoming. Von dort aus haben wir sechs geruhsame Tage für die noch ca. 550 mls bis zum Yellowstone geplant: Fahren, viel Sehen, Baden und auch Ausruhen.
Fazit:
Wyoming ist ein weites, freies Land mit viel Platz und vielfältiger Natur.
Die Menschen sind ebenso frei, man merkt deutlich noch das Trapper- und Siedlererbe.
Die 6 Tage sind uns nicht lang geworden, es war interessant und abwechslungsreich.
Diesmal kein Direktflug mit Lufthansa – die Preise waren exorbitant. Zu recht ziviler Zeit geht es los, um 8:00 Uhr kommt das Taxi zum Bahnhof. Mit dem ICE nach Brüssel, dort kriegen wir die 4 Std. Wartezeit ganz gut rum, dann geht es nach Reykjavik. Eine 737, vom Sitzen her ganz okay, aber 3er-Reihen. Nach 3 Std. landen wir in Island, nach 2 Std. Aufenthalt geht es 7,5 Std. weiter bis Denver, die Zeit vergeht schnell. In Denver, um 19:00 Uhr Ortszeit, dann Null Schlange an der Immigration, wir sind sofort dran und durch. Mit dem Van sind wir in 45 min im Denver Warwick Hotel. Nach 20 Std. Reise sind wir in Amerika :-) .
Rooftop Pool, Essen im Randolph’s, dem guten aber teuren Hotelrestaurant. Um 22:00 Uhr ist Schicht.
8.-11.7.: Denver
Am ersten Morgen erwischt uns der Jetlag ganz unterschiedlich: Um 2:00, 4:00 und 5:30 Uhr wachen wir auf. Frühstück im Delectable Egg, Pool, Confluence Park, Karin und Michael laufen (aber sehr mühsam – Jetlag, 1.600 m Höhe, heiß), abends schlafen die Kids früh ein, wir Eltern gehen Essen und genießen einen ruhigen Abend. Wie versprochen bringen wir Luis eine Portion Sushi mit … aber es war echt schwierig, ihn wach zu kriegen ;-)
Am nächsten Tag hat keiner Lust, ins Museum zu gehen. Nach langer Diskussion … ein bisschen Zoff … gehen Karin&Kids in die Elitch Gardens (toll, aber proppevoll), Michael ins Aquarium (lohnt nicht, gut, dass die anderen nicht auch leiden mussten).
Abends gehen wir gemeinsames Sushi-Essen im sehr guten Aoba Sushi. Karla kriegen wir um 20:00 Uhr im Stehen/Gehen schlafend ins Hotel ;-)
Die Jetlag-Lage am dritten Morgen: 1:30 / 3:30 / 6:30 Uhr.
Sehr leckeres Frühstücksbuffet im Randolph’s (gestern hatten wir festgestellt, dass es als kostenloses Upgrade im Preis enthalten ist), um 8:30 Uhr kommt das Taxi und bringt uns zu Roadbear – die frühe Übernahme ist möglich. Wir bekommen wieder den Typ QB26, wie schon 2012, nur 3 Monate alt und 12.000 mls gelaufen, tiptop in Ordnung. Um 10:30 Uhr fahren wir vom Hof … auf nach Wyoming!
Fazit:
Denver, das Warwick-Hotel, das Reinbaumeln in die neue Zeitzone hat uns wieder gut gefallen.
Aber alle konnten wir es diesmal nicht erwarten, endlich wieder ins Wohnmobil zu kommen.
Vielleicht müssen wir auch einmal ausprobieren, direkt nach der ersten Übernachtung zu starten.
Wie in den letzten Jahren haben wir versucht, der Route einen „Rhythmus“ zu geben:
3 Tage Denver: Bummeln, Baden, lecker Essen gehen.
6 Tage Wyoming: State Parks, Thermopolis, Cody, Chief Joseph Highway.
5 Tage Yellowstone: Norden, Geysire, West Thumb/Grant.
4 Tage „Transfer“: Grand Teton, Flaming Gorge, Red Fleet State Park.
4 Tage Rafting: Gates of Lodore Tour auf dem Green River.
5 Tage Ausbaumeln: via Dinosaur National Monument, Yampa State Park, Steamboat Lake State Park, North Park, Poudre Canyon nach Denver
2 Tage Rückgabe und Rückflug
Insgesamt sind wir 1.961 mls gefahren, an 19 Fahrtagen, also 103 mls pro Tag. Das war – jetzt, wo die Kids größer sind – recht stressfrei. Wir hatten außer der Raftingtour nur 2 Ruhetage, am Sinks Canyon und in Mammoth/Gardiner. Davon hätte man ein paar mehr haben können, z.B. im Grant Teton, im Red Fleet SP, evtl. auch im Yellowstone. Aber die Strecken zum und im Yellowstone sind doch so lang, dass man fast jeden Tag fahren muss.
Die Abwechslung aus Stadtleben in Denver, Einsamkeit und Trapper-Flair in Wyoming, Yellowstone mit seinen Menschenmassen und Highlights, Badeseen in Utah, Rafting im Green River und am Ende den Rockies in Colorado hat uns sehr gefallen. Es war auch jeweils lang genug, dass wir uns nirgendwo gehetzt fühlten.
Der Flug war diesmal mit Icelandair, mit Umsteigen in Reykjavik. Kein Direktflug – aber der Preisunterschied zu Lufthansa war über 400 € pro Person. Die Aufteilung des 10-Stunden-Flugs in 3+7 Stunden mit 1-1,5 Stunden Aufenthalt war im Endeffekt ganz angenehm.
In Kamanjab kaufen wir für die nächsten vier Tage ein, auch die Mitbringsel für die Himbas. Die wenigen Touristenautos hier werden von (selbsternannten) Parkplatzwächtern, Straßenhändlern und Künstlern umlagert.
Der kleine Ort (an der Kreuzung C35/C40 sind 2 Tankstellen, 1 Supermarkt, 1 Fleischerei, 2 oder 3 „Restaurants“) lässt uns nicht los: Nach dem Einkaufen wollen wir noch Bargeld holen, aber der Geldautomat ist defekt, ebenso an der Shell-Tankstelle. Der nächste Automat ist in Outjo (152 km) oder Khorixas (100 km).
Wir beschließen sparsam zu sein, wollen aber noch Fleisch kaufen. Auf dem Rückweg von der Fleischerei ist der Straßenhändler mit zwei Souvenirs dann doch erfolgreich, so dass wir jetzt echt wenig Bargeld haben. Karin schafft es, im Supermarkt an der Kasse Bargeld (1000 NAD = 75€) von der Kreditkarte zu bekommen. Mal schauen, wie weit das reicht.
Um 13:30 Uhr geht es endlich auf die letzte Etappe, noch 68 km Schotterpiste. Ein echtes „Pad“ (=Piste), mit vielen „Rivieren“ (Flüsse, die nur in der Regenzeit Wasser führen), die wir durchqueren. Aber natürlich sind alle trocken. Karla wünscht sich „endlich mal ’nen Platten oder eine Panne“, mindestens jedoch eine Flussdurchquerung.
Um 14:45 Uhr kommen wir in Hoada an … sofort ist klar, dass es hier 5 Sterne gibt: netter Camphost (Andrew), 8 Sites eingebettet in Felshügel, jede Site hat fantasievoll gemauerte Dusche und WC, eine große Küchenecke mit Spüle und einen kombinierter Braai/Donkey (nur wer grillt, hat auch heißes Wasser zum Duschen ;-). Dazu noch ein kleiner Pool, eine Bar und Activities wie Hiking, Biking und Ausflug zu einem Himba-Dorf. Siehe auch die tollen Reviews bei TripAdvisor.
Wir gehen kurz in den Pool, klettern, lesen, grillen, genießen die unwirkliche Abendstimmung:
Ein Kletterparadies mit urigen Bäumen, in dem 6 Einzel-Campsites und 2 Group Sites weiträumig verteilt liegen – jede Site hat quasi ihren eigenen Kletterhügel. Auf dem größten Hügel liegt die Bar mit einem kleinen Swimmingpool.
Wir freuen uns, hier zwei Tage zu verbringen.
31.7.: Himba-Dorf, die längsten „2x 10 km“
Wir frühstücken gemütlich, Andrew klärt, dass wir das Himba-Dorf besuchen können, allerdings müssen wir mit dem eigenen Auto fahren, Owen (einer der Angestellten des Campgrounds, er ist Damara und kommt aus dem nächsten Dorf, Erwee) fährt mit und zeigt die „Road“. Wir hören, dass es „ca. 10 km“ sind, die Hälfte davon sei „Geländegang erforderlich“.
Gegen 9:30 Uhr geht es los, zunächst in die Grootberg Primary School von Erwee, wo uns die Sekretärin des Schuldirektors empfängt und herumführt. Wie in Biro (bei der River Dance Lodge) sind es ca. 370 Kinder, von Pre-School bis Grade 7. Wegen der großen Entfernungen hier (manche Kinder haben es 3-4 Stunden zu Fuß nachhause, für einen Weg) besuchen ca. 240 Kinder die sogenannte „Boarding School“ (Internat) von Montag bis Freitag. Wir sehen uns einige Schulklassen und die Schlafräume an; es gibt sogar einen Computerraum mit 7 PCs. Nicht jedes Kind hat ein Bett oder eine Matratze, manche schlafen auf dem Boden, zu zweit oder zu dritt in einem Bett. Wir machen viele Fotos, versprechen die per Email und einige auf Papier zu schicken, und übergeben als Geschenk Stifte und Kuscheltiere und spontan auch eine Spende , wir haben zwar keine namibischen Dollar mehr, aber noch USD.
Dann geht es Richtung Nordwesten zum Himba-Dorf, das schon im Kaokoland liegt. Zunächst 9 km auf schlechter Piste (wie wir fanden) bis zum Veterinärzaun, dann sagt Owen „jetzt bitte Low 4“. (Wie bitte? Die Piste kann doch gar nicht schlechter werden!?) Karin fragt „this is a road?“, Owen antwortet „yes, this is a road“. Und 9 km waren wir schon gefahren … okay, wir lernen, dass Entfernungsangaben eher als Orientierung zu nehmen sind. Ohne Owen würden wir sofort umdrehen.
So fahren wir langsam 10 weitere km über Felsen, sechsmal durch einen kleinen Fluss, der hier von Quellen gespeist wird und deshalb Wasser führt. Jeweils steil runter und genauso steil wieder hoch, teilweise über dicke Steine. Ab und zu müssen wir große Bodenwellen mit Steinen auffüllen um durch zu kommen.
Nach über einer Stunde erreichen wir ein Doppel-Dorf, links ein Herero-Dorf, rechts das Himba-Dorf. (Himba und Herero sind verwandt und leben im Kaokoland oft in direkter Nachbarschaft.) Owen kann die Sprache der Himba/Herero, und führt uns rum. Die Begrüßung geht mit afrikanischem Händedruck, den Worten „moro-moro“ und einem leise gegrunztem „hrmmmh“. Wir geben drei Kindern Wasserflaschen mit Wasser, sehen zu, wie aus Ton und Rinderfett die ockerfarbene Farbe gemacht wird, die alle Himbafrauen sich als Schutz auf Haut und Haare reiben. Dazu den aus Rinde/Kräutern gebrannten Reinigungs- bzw. Parfüm-Rauch. In der Zwischenzeit haben die Männer und Frauen in einem großen Kreis ihre Ketten, Armbänder, Schnitzereien etc. aufgebaut und wir kaufen einiges. Irgendwann bremst Michael, denn wir brauchen ja noch Bargeld für Owen und um Holz/Getränke auf dem Campground zu bezahlen.
Zum Abschluss wird getanzt, wir geben (wie vom Reiseführer vor 2 Tagen gesagt) 100 NAD als Tanzspende, was aber zu Protesten führt. Wir geben noch 200 NAD dazu … wonach wir nur noch genug Bargeld für Owen haben, nicht aber für die Getränke, die wir gestern an der Bar hatten.
Der Rückweg klappt auch, Michael schwitzt zwar ab und zu Blut und Wasser – tiefe Zweifel befallen uns immer wieder, ob das Auto den vor uns liegenden Hang hoch kommt. Nach 1 ¾ Stunden sind wir wieder im Hoada-Campground. Andrew kann uns mit Bargeld auch nicht helfen, schenkt uns aber die Getränke, nur das Brennholz müssen wir bezahlen (mehr Bargeld haben wir auch nicht). Andrew lädt uns sogar auf je ein Getränk ein, wofür wir uns mit der angebrochenen Flasche Wein revanchieren. Owen kommt dazu … ein nettes Gespann, wir quatschen noch lange in den Abend hinein.
Wie versprochen tauschen wir heute die Schlafplätze: Vater zum Sohn, Tochter zur Mutter. Aber die Kids schniefen so laut, dass wir mitten in der Nacht wieder die Plätze tauschen. Mal sehen, wie die beiden Kids morgen staunen.
Owen hatte gesagt, dass wir am Samstag nur bis 13:00 Uhr in Khorixas Bargeld bekommen. Darum stehen wir um 7:00 Uhr auf. Die Kids sind tatsächlich überrascht, wer da neben ihnen liegt …
Um kurz vor 9:00 Uhr geht’s los, es geht auf 218 km Rüttelpiste, via Grootbergpass, Palmwag nach Khorixas. Unterwegs versuchen wir an der Palmwag-Lodge Bargeld zu bekommen, das gelingt nicht. Wir kaufen von unseren letzten NAD Nudeln und Würstchen, am Veterinärkontrollpunkt Palmwag, in einem winzigen Lädchen. Dort nehmen wir einen Herero aus Sesfontein mit, der nach Khorixas zum Arzt muss.
1.8. Petrified Forest - Welwetschia-Käfer
Nach 170 km besuchen wir den Petrified Forest. Es kostet jedoch Eintritt, aber die Leute sind dort so nett, dass man unsere USD eintauscht, zwar nur 1:10 statt 1:12, aber das machen wir gerne. Unser Anhalter kommt auch gerne mit, er hat noch nie versteinertes Holz gesehen, findet das ganz toll. Unsere Führerin ist Susana, sie spricht sogar die Klicksprache der Buschleute. Hört sich lustig an. Alle sind übrigens beeindruckt, weil wir „moro-moro“ können. Die versteinerten Bäume sind 260 Mio. Jahre alt, bis zu 30 m lang und einer hat einen Durchmesser von 1,20 m.
Um 14:00 Uhr sind wir in Khorixas, einer richtig großen Stadt. der Supermarkt hat auf, und sogar der ATM funktioniert.
Jetzt noch 55 km asphaltierte Straße, und noch einmal ca. 15 km Schotter … dann sind wir da. Am Campground ist niemand, also fahren wir hoch zur Lodge, die steilste Straße, die wir jemals gefahren sind. Wir sind alle k.o. und erholen uns allmählich bei einem späten Lunch, mit Kaffee und Sprudel. Um 16:45 Uhr beziehen wir die Campsite No.1, nicht ohne vorher für die Kids die Double Zipline zu buchen.
Die Kids sind etwas durch den Wind, die Fahrt und das lange Stillsitzen hat sie überhaupt nicht ausgelastet. Gegen 19:00 Uhr ist wieder Frieden … und die 30 Day six Pack Challenge wird gemacht, heute sind 40/18/35 dran.
Wir stehen um 7:00 Uhr auf, sind pünktlich um 8:30 Uhr oben an der Lodge … und der Besitzer eröffnet uns, dass es sonntags nur Ziplining gibt, wenn mindestens 4 Teilnehmer da sind … grrr, so was doofes, warum sagen die das denn nicht am Vortag :-(
Karla ist so sauer, dass sie lieber wieder zum Auto geht und liest, wir anderen fragen nach einer Wanderung. Ein Angestellter beschreibt uns den Weg zur „Cave“, ca. eine Stunde. (Wir hatten zunächst nicht verstanden, ob hin oder hin und zurück, war uns egal – später hörten wir „für hin und zurück“.)
Wir folgen den rot/weißen Pfeilen, sind ganz am Anfang an einer Gabelung unsicher, finden aber später Steinhaufen und wieder ganz viele Pfeile. Wir durchqueren ein weites, sandiges Tal mit Bäumen, klettern an der anderen Seite den markierten Weg wieder hoch, und kommen über einen steilen Weg in das nächste Tal. Ein Pfeil weist nach links, eine „Road“ führt in einem großen Bogen durch dieses Tal ins nächste. Nach 1 ¾ Std. beschließen wir umzukehren, eine kurze Diskussion, ob wir den gleichen Weg zurückgehen, oder weitergehen und die Straße finden, oder quer durch den Busch abkürzen … wir gehen den gleichen Weg wieder zurück. Zwar eventuell nicht der kürzeste, aber auf jeden Fall der sicherste Rückweg!
Gegen 12:00 Uhr, nach 3 ¼ Std (und nur 1 Liter Wasser) sind wir wieder an der Lodge. Wir erfahren, dass wir an der ersten Gabelung, noch ganz am Anfang, also nach 10-15 min, statt links ins Tal rechts auf der Höhe hätten bleiben sollen. Dann wären wir nach weiteren 10-15 min an der Höhle und dem Windrad gewesen.
2.8. Wanderung bei den Ugab Terraces
2.8. Wanderung bei den Ugab Terraces
1.-3.8. Ugab Terraces Camp
Wir trinken was, ruhen kurz aus, dann holen wir Karla und die Schwimmsachen. Der Pool ist sehr schön, wir machen unsere Challenge (45/20/40) und toben ein bisschen. Dann bestellen wir um 14:00 Uhr einen kleinen Imbiss … es dauert ewig, wir erfahren später, dass der Koch erst um kurz nach drei kommt. Hätte man uns ja auch sagen können, aber („TIA“) man sagt hier nicht nein ;-). Egal, es schmeckt, wir gehen runter zum Campground, lesen, spielen Canasta, Frisbee. Kochen, Abendessen im Dunkeln.
3.8.: Rückgabe des Wagens
Die Kids sind schon um 6:30 Uhr wach, wir stehen alle um 7:00 Uhr auf, Frühstück, Packen ohne Hektik, wir kommen um 9:15 Uhr los. Auf dem Pad zur Hauptstraße ist ein Himba-Stand, wir erstehen noch einige dringend nötige Geschenke. Fahrt über Asphalt via Outjo nach Otjiwarongo, um 11:30 Uhr sind wir am verabredeten Autorückgabepunkt, dem Toyotahändler. Um 12:00 Uhr ist der Fahrer von Kambaku da, aber der Mitarbeiter von Bushlore kommt erst um 13:15 Uhr. Michaels kaputtes iPhone ist der Grund – Bushlore hatte SMSe geschickt, und wir hatten nicht geantwortet. Aber alles kein Problem, Rückgabe ist reibungslos, wir holen noch einen Imbiss bei Superspar und werden dann die 80 km bis Kambaku gefahren.